Hat Jephtha seine Tochter als Opfer verbrannt?  


(Richter 11:1,29-40).  
Und Jephta, der Gileaditer, war ein tapferer Held; er war aber der Sohn 
einer Hure, und Gilead hatte Jephta gezeugt… Da kam der Geist des 
HERRN über Jephta; und er zog durch Gilead und Manasse und zog nach 
Mizpe in Gilead, und von Mizpe in Gilead zog er gegen die Kinder 
Ammon. 30 Und Jephta gelobte dem HERRN ein Gelübde und sprach: 
Wenn du die Kinder Ammon wirklich in meine Hand gibst, 31 so soll das, 
was zur Tür meines Hauses herauskommt, mir entgegen – wenn ich in 
Frieden von den Kindern Ammon zurückkehre –, es soll dem HERRN 
gehören, und ich werde es als Brandopfer opfern!  
32 Und so zog Jephta gegen die Kinder Ammon, um gegen sie zu 
kämpfen; und der HERR gab sie in seine Hand. 33 Und er schlug sie von 
Aroer an, bis man nach Minnit kommt, zwanzig Städte, und bis nach Abel
Keramim, und er richtete eine sehr große Niederlage unter ihnen an; und 
die Kinder Ammon wurden gebeugt vor den Kindern Israel.  
34 Und als Jephta nach Mizpa, zu seinem Haus kam, siehe, da trat seine 
Tochter heraus, ihm entgegen, mit Tamburinen und mit Reigen; und sie 
war nur die einzige; außer ihr hatte er weder Sohn noch Tochter. 35 Und es 
geschah, als er sie sah, da zerriss er seine Kleider und sprach: Ach, meine 
Tochter! Tief beugst du mich nieder; und du bist unter denen, die mich in 
Trübsal bringen! Denn ich habe meinen Mund gegen den HERRN aufgetan 
und kann nicht zurücktreten! 36 Und sie sprach zu ihm: Mein Vater, hast 
du deinen Mund gegen den HERRN aufgetan, so tu mir, wie es aus deinem 
Mund hervorgegangen ist, nachdem der HERR dir Rache verschafft hat an 
deinen Feinden, den Kindern Ammon. 37 Und sie sprach zu ihrem Vater: 
Es geschehe mir diese Sache: Lass zwei Monate von mir ab, dass ich 
hingehe und auf die Berge hinabsteige und meine Jungfrauschaft beweine, 
ich und meine Freundinnen. 38 Und er sprach: Geh hin. Und er entließ sie 
für zwei Monate. Und sie ging hin, sie und ihre Freundinnen, und beweinte 
ihre Jungfrauschaft auf den Bergen. 39 Und es geschah am Ende von zwei 
Monaten, da kehrte sie zu ihrem Vater zurück. Und er vollzog an ihr das 
Gelübde, das er gelobt hatte. Sie hatte aber keinen Mann erkannt. Und es 
wurde zum Brauch in Israel: 40 Jahr für Jahr gehen die Töchter Israels hin, 
um die Tochter Jephtas, des Gileaditers, zu preisen vier Tage im Jahr.  


Es gibt die Ansicht, dass Jephta seine Tochter getötet und verbrannt hat. 


Diese Meinung stützt sich auf folgende Argumente: 
1    So steht es in biblischen Kommentaren; 
2    Jephta war der Sohn einer Prostituierten; 
3    Jephta zerriss seine Kleider; 
4    Jephtas Tochter weinte;  
5    Ein Versprechen nicht zu erfüllen, ist eine Sünde; Und er vollzog an 
Tochter das Gelübde.  
6   Es wurde Brauch in Israel, jährlich um Jephthas Tochter zu trauern.  


Aber es gibt Argumente dafür, dass Jephtha seine Tochter nicht 
getötet und verbrannt hat.  


Argument 1 Biblische Kommentare können Irrtümer und falsche Lehren 
enthalten.  
Argument 2 Jephta hätte seine Tochter nicht als Brandopfer opfern 
müssen, weil das Gesetz Gottes die Möglichkeit vorsah, ein unbedachtes 
Gelübde nicht zu erfüllen.  
(3Mose.5:4-6) „Wenn jemand schwört, dass ihm aus dem Mund entfährt, 
Schaden oder Gutes zu tun und wird's inne… so soll er…dem HERRN 
bringen…ein… Sündopfer, so soll ihm der Priester seine Sünden 
versöhnen“.  
Argument 3 Jephta war kein Priester und konnte daher das Opfer nicht 
selbst vollziehen.  
Wäre er zu einem Priester gegangen, hätte dieser sich geweigert, ein 
solches Opfer darzubringen. 
Argument 4 Jephta zerriss seine Kleider nicht, weil er seine Tochter 
verbrennen sollte, sondern weil sie seine einzige Tochter war.  
Und wenn ein Einzelkind dem Herrn für einen lebenslangen, ehelosen 
Dienst geweiht und geopfert wird, dann hört diese Linie der Familie 
aufgrund fehlender Erben auf.  
Das Ende einer Familienlinie war eine große Trauer für die Juden.  
Argument 5 Jephtas Tochter weinte nicht, weil sie sterben sollte, sondern 
weil sie unverheiratet und kinderlos bleiben sollte.  
«Da ging sie hin mit ihren Gespielen und beweinte ihre Jungfrauschaft» 
(Ri.11:38).  
Wenn die Tochter wirklich zugestimmt hätte zu sterben, hätte sie die 
verbleibenden zwei Monate nicht mit ihren Freunden verbracht, sondern 
mit ihrem trauernden Vater.  
Argument 6 Nach den Worten „und er erfüllte an ihr das Gelübde, das er 
abgelegt hatte“ steht nicht geschrieben, dass seine Tochter starb, sondern 
dass „sie keinen Mann gekannt hatte“.  
Diese Worte beziehen sich nicht auf den Tod von Jephtas Tochter, 
sondern auf ihre lebenslange Hingabe an den Dienst des Herrn.  
Wir sind es gewohnt zu denken, dass nur Männer Nasiräer waren, aber das 
Gesetz schloss auch Frauen ein.  
[4. Mo 6,2] Wenn jemand, ein Mann oder eine Frau, sich weiht, indem er 
das Gelübde eines Nasirs gelobt, um sich für den HERRN abzusondern.  
Argument 7 Einige Übersetzungen sagen, dass jüdische Mädchen den 
Brauch pflegten, jährlich in Liedern um Jephthas Tochter zu trauern, 
andere Übersetzungen hingegen, dass sie nicht trauerten, sondern sich an 
sie erinnerten oder sie sogar priesen.  
Argument 8 Der Text gibt keinen eindeutigen Grund zu der Annahme, 
dass der Gesandte Gottes, der den Heiligen Geist hatte, seine Tochter oder 
auch seine Frau oder seine Mutter um Gottes willen töten und verbrennen 
könnte.  
Argument 9 Hätte Jephta seine Tochter verbrannt, wäre er in die Hölle 
gekommen.  
Es steht aber geschrieben, dass Jephta zu den Helden des Glaubens 
gezählt wird, die ein Vorbild für Christen sind.

(Hebr.11:32). „Die Zeit würde mir zu kurz,

wenn ich sollte erzählen von… Jephta und David 
und Samuel und den Propheten, welche haben durch den Glauben 
Gerechtigkeit gewirkt, Verheißungen erlangt“  

 

Fazit: In der Bibel steht nicht, dass Jephta seine geliebte Tochter verbrannt hat.

 

Jephta war ein Mann Gottes und er konnte nicht dem wahren Gott

ein abscheuliches Opfer geben, wie es die Götzenanbeter ihren Götzen darbringen.

 

Jephta opferte seine Tochter dem Herrn als lebendiges Opfer,

und seine Tochter opferte sich selbst dem Herrn als lebendiges Opfer,

wie der Apostel Paulus in Römer 12,1 schrieb:

„dass ihr eure Leiber begebet zum Opfer, das da lebendig, heilig

und Gott wohlgefällig sei“.

 

 Und der Herr segnete Jephta und seine Tochter mit ewigem Segen.


Waldemar Boger   

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